Substanzabusus und Sucht bei Minderjährigen

Herzlichen Willkommen bei IMAC-Mind in Rostock

Improving Mental Health and Reducing Addiction in Childhood and Adolescence through Mindfulness: Mechanisms, Prevention and Treatment

Verbesserung der psychischen Gesundheit und Verringerung von Suchtgefahr im Kindes- und Jugendalter durch Achtsamkeit: Mechanismen, Prävention und Behandlung

Jugendliche Gesundheit durch Achtsamkeit

Prävention und Forschung

In der Suchtforschung stehen vermehrt Präventions- und Interventionsangebote zur Verfügung, die sich thematisch mit der eigenen Wahrnehmung, Selbstbeobachtung und Selbstregulation befassen. Im Methodenrepertoire dieser Ansätze finden sich u.a. Übungen zur

  • Achtsamkeit
  • Visualisierung
  • Metakognitionen
  • Akzeptanz (auch negativer Emotionen und Kognitionen)
  • Selbstwahrnehmung

Jon Kabat-Zinn gilt mit der Vermittlung seines gruppenbasierten Mindfulness-Based Stress Reduction-Programms (MBSR) als Vorreiter und populärster Vertreter achtsamkeitsbasierter Programme, in denen er buddhistische Achtsamkeitspraxis bestehend aus Meditation und Yoga mit Aufmerksamkeitsübungen verband. Die achtwöchigen MBSR- Kurse werden heute erfolgreich zur Stressreduktion und bei der Behandlung chronischer Schmerzen angewandt. Die Achtsamkeitspraktik erfreut sich wachsender Beliebtheit in diversen Zielgruppen und Anwendungsfeldern und wird mittlerweile auch zur Rückfallprävention bei Depression oder Substanzabhängigkeit eingesetzt z.B. Mindfulness-Based Cognitive Therapy (MBCT;Teasdale, Williams und Segal) oder  Mindfulness-Based Relapse Prevention (MBRP; Bowen, Chawla & Marlatt).

Das Projekt IMAC-Mind

Die wachsende Anzahl achtsamkeitsbasierter Programme im Erwachsenen sowie Kinder- und  Jugendbereich bescheinigen Achtsamkeit einen vielversprechenden Einfluss auf das eigene Erleben und Verhalten. Das Rostocker IMAC-Mind Projekt stellt den präventiven Charakter von Achtsamkeitsübungen auf das Gesundheitsverhalten in den Fokus und untersucht, ob und welchen Einfluss ein achtsamkeitsbasiertes Präventionsprogramm auf das Gesundheitsverhalten und die Vermeidung oder Reduktion eines Konsums legaler und illegaler Substanzen bei Kindern und Jugendlichen insbesondere mit Lernschwierigkeiten ausüben kann.


Sponsoring

Die Studie wird für die Projektlaufzeit von November 2017 bis  Juni 2023 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. 

Hintergrund

Vorangegangene Forschungsarbeiten (u.a. Reis et al. 2015) lenkten den Blick auf die besondere Vulnerabilität von Schülern und Schülerinnen. Verglichen mit Regelbeschulen sind insbesondere männliche Förderschüler einem größeren Risiko ausgesetzt Substanzen gesundheitsschädigend zu konsumieren, sofern sie einmal mit den Konsum begonnen hatten. Aus diesem Grund setzt das evaluierende Präventionsprojekt diese Zielgruppe vorrangig in den Fokus. 

Methodik

Im Rahmen der randomisiert-kontrollierten Studie (RCT) erlernen männliche Jugendliche zwischen 11 und 17 Jahren Achtsamkeitsübungen in sechs Einzelsitzungen.  Zur Steigerung der Vergleichbarkeit und Interpretation der Ergebnisse wird das achtsamkeitsbasierte Training  gegen ein Gesundheitstraining ohne Achtsamkeit getestet.

Zweiphasiges Projektziel

Es liegen kaum Daten für die vergleichbare Anwendung und Wirksamkeit achtsamkeitsbasierter Präventionsprogramme von Regelschulen verglichen mit Förderschulen für den Einfluss auf das Gesundheitsverhalten oder Reduktion des Substanzkonsum vor. In einer ersten Projektphase (2020 abgeschlossen) wurden gut annehmbare und durchführbare Achtsamkeitsübungen im Rahmen einer Feasibilitystudie evaluiert. Die Ergebnisse bilden die Grundlage für das in der nachfolgenden Phase entwickelte  Achtsamkeitstraining. In der zweiten Projektphase (Proof of concept) werden Teilnehmer in Interventions- oder Kontrollgruppe randomisiert und die Effekte des Trainings untersucht.

Schulische Kooperationspartner

Für die erfolgreiche Umsetzung des Projektvorhabens kooperieren wir  mit Schulen der Hansestadt Rostock und sind überregional an ausgewählten Schulstandorten des Landes Mecklenburg Vorpommern tätig.


Forschungsverbund IMAC-Mind

IMAC-Mind in Rostock ist integriert in dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Förderinitiative „Gesund –ein Leben lang“ finanzierten Forschungsverbund IMAC-Mind.

Der Verbund bündelt deutschlandweit acht Teilprojekte mit dem übergeordneten Ziel Risikofaktoren zu identifizieren, die der Entstehung von Suchterkrankungen im Kindes- und Jugendalter vorangehen, diagnostische Methoden zur Erkennung dieser zu verbessern und geeignete Präventionsangebote zu entwickeln. Die Teilprojekte adressieren unterschiedliche Zielgruppen, um Kinder und Jugendliche in verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung und Settings der Präventions- und Suchthilfe begleiten zu können.

Fragen zum Projekt richten Sie an:

Lucie Waedel

Tel. (0381) 494 9518
Mobil: 0151 180 310 20

lucie.waedel{bei}med.uni-rostock.de